Ein neurodiverser Blog – wozu eigentlich?

Webdesign für Autistische Projekte/ ADHS-Projekte/ ADHD projects

Nachdem ich mein Projekt mit dem Blog „Stranger than Paradise“ angefangen habe, kamen mir immer häufiger Gedanken, ob das eigentlich Sinn machen würde, bzw. wozu ich das überhaupt mache. Mein prinzipielles Problem im Leben ist es nämlich, dass ich großartig im Ausdenken von Projekten bin, die dann fallweise auch gerne an der Realität scheitern dürfen (aka ADS 😉 ) Na gut. Hier meine Überlegungen, die auch ein wenig dazu dienen, mit mir und dem Projekt ins Reine zu kommen. Warum mache ich also den ganzen Zirkus?

  1. Also die Basis der ganzen Sache ist, die dass ich gerne mit Menschen über ernsthafte Dinge spreche. Ich bin nun mal so gar nicht der typische Partygänger, der zwanglos und ungefragt einen spannenden Mix aus Fußball, Politik und Wetter absetzt. Ich neige zu tiefschürfenden Analysen, manche Gedanken sind Lebensprojekte, andere dauern nur einige Jahre. Aber wie auch immer. Partytauglich sind sie alle nicht. Ernsthafte Themen dagegen liegen mir sehr. Z. B. das Thema Neurodiversität. Gerne halte ich aber auch einen Vortrag über C.G Jung und seine Beziehung zur Quantenphysik. Fußball liegt mir leider nicht so, obwohl dann mein Leben wahrscheinlich einfacher wäre.
  2. Weiters will ich eigentlich ja auch meine persönliche Situation verstehen lernen. Ich habe ADS und Asperger mit ca. 50 Jahren entdeckt. Vorher habe ich mich immer nur über mich selbst gewundert, jetzt will ich mehr über mich und alles rund um Neurodiversität erfahren. Das geht mit einem Blog ganz gut.
  3. Ausserdem geht es ja auch um Politik. Vielleicht weniger um Parteipolitik, aber um Gesellschaftspolitik. Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere intellektuelle, industrielle und gesllschaftliche Monokultur deutlich mehr Diversifikation benötigt. Das muss man ja irgendwie organisieren, auch dafür ist ein Blog recht geeignet. Andererseits nervt mich der Hype um das Thema Diversifikation auch außerordentlich. Manchmal hat man den Eindruck, man müßte eigentlich eine nichtbinäre schwarze Transfrau sein um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Einfacher wäre es vielleicht, die Menschen zu nehmen, wie sie sind und nicht groß nach zu fragen…
  4. Und zu guter Letzt habe ich als Designer bzw. Fotograf schlicht und einfach auch das Ziel Kunden zu haben, die zu mir passen. Ich bin ja eine vollkommene Null als Marktingleiter meiner Einpersonenfirma. Typisch Aspie sage ich jedem potentiellen Kunden die Wahrheit unverblümt ins Gesicht und frage mich immer wieso andere Anbieter mit ihrem saudummen Werbeblabla so gute Erfolge erzielen.

So. Also sehen wir mal, wo mich dieser Blog hinführt. Strategische Planung, Quartalsziele erreichen und Visionen realisieren, das ist nicht so sehr meine Gabe. Aber es ist OK, ich lasse mich dann überraschen.

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